Prof. Dr. Christian Johner

Autor: Prof. Dr. Christian Johner

Inhaber der Johner Institut GmbH

Karriere in der Krankenhaus-IT

Mittwoch 18. Februar 2015

Die Karriere in der Krankenhaus-IT gestaltet sich für viele schwer. Dieser Beitrag nennt Gründe und gibt Ideen für eine erfolgreiche Karriere in der Krankenhaus-IT.


Karriere in der Krankenhaus-IT
Bildquelle: Fotalia

Herausforderungen für die Mitarbeiter der Krankenhaus-IT

1. Problem: Mangelnde Wertschätzung und schlechte Chancen auf eine Karriere in der Krankenhaus-IT

Wer ist zufriedener, die Mitarbeiter in der Krankenhaus-IT oder in der Industrie? Wie haben eine Umfrage gestartet. Die Ergebnisse sind eindeutig:

Karriere in der Krankenhaus-IT. Mitarbeiter sind signifikant unzufriedener als  die bei Herstellern

Die Mitarbeiter der Krankenhaus-IT sind signifikant unzufriedener als die bei Herstellern

In allen sechs genannten Aspekten sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhaus-IT unzufriedener als ihre Kolleginnen und Kollegen bei den Herstellern von IT-Lösungen oder Medizingeräten. Mit 21% besonders drastisch ist der Unterschied im Bereich „Anerkennung und Wertschätzung“.

Auch die absoluten Werte lassen mich erschrecken: Je 40% der „Krankenhaus-IT-ler“ geben an, dass die mangelnde Anerkennung/Wertschätzung und die unklaren/begrenzten Karrierechancen ein großes Problem seien. Wenn man die mittleren und großen Probleme aufaddiert kommt man auf 80%. Das finde ich sehr bedenklich.

2. Problem: Schlechte Bezahlung und unsichere Jobs?

„Die digitale Revolution ist dabei, die Wirtschaft und die Lebenswelten vieler Menschen dramatisch zu verändern.“ So beschreibt die FAZ die Lage und schlussfolgert:

„Sie [die digitale Revolution] schafft für hochqualifizierte Menschen traumhafte berufliche Perspektiven, aber sie zerstört gleichzeitig die Perspektiven vieler weniger qualifizierter Menschen auf sichere Arbeitsplätze in vielen Branchen.“

Genau das beobachte ich bereits heute. Nicht nur in der Krankenhaus-IT werden die minderqualifizierten Mitarbeiter immer häufiger schlecht bezahlt (und leider auch oft so behandelt), während die Arbeitgeber versuchen, mit immer höheren Gehältern die Topqualifizierten für sich zu gewinnen.

Ist das gerecht? Wahrscheinlich ist es irrelevant, diese Frage zu beantworten. Aber die Schlussfolgerungen sind relevant – für jeden einzelnen:

Lassen Sie sich nicht abhängen! Qualifizieren Sie sich weiter! Kontinuierlich!

3. Problem: Keine vorgezeichneten Karrierepfade

Wie sieht die Karriere in der Krankenhaus-IT aus? Erst vom Mitarbeiter zum Teamleiter? Dann vom Teamleiter zu Leiter der Krankenhaus-IT? Und was folgt dann? Als nächstes Krankenhaus-Chef werden? So einfach ist das sicher nicht, wie der KU spezial Studienführer berichtet:

„Doch nicht jeder Abteilungsleiter muss gleich die nächste Stufe auf der Karriereleiter anvisieren. In anderen Geschäftsbereichen der Kliniken wie IT, Technik oder Einkauf haben die fachlichen Kenntnisse Vorrang. Manager dieser Abteilungen durchlaufen in aller Regel eine Expertenlaufbahn und bilden damit das notwendige fachliche Rückgrat eines Krankenhauses. Wer dort einen ausgezeichneten Job als Abteilungsleiter macht, ist damit allein nicht automatisch qualifiziert, die Gesamtverantwortung zu tragen.“

Dem kann ich absolut zustimmen. Und genau aus diesem Grund habe ich das Curriculum der Masterstudiengänge so geschaffen, dass nicht aus guten Technikern bessere Techniker werden, sondern Führungskräfte mit Querschnittskompetenzen. Aus diesem Grund findet sich auf dem Lehrplan kein Fach „ESX-Server konfigurieren“ (bitte als Metapher verstehen), sondern Lehrziele wie „als Führungskraft kommunizieren können“, „Bilanzen verstehen“ oder „IT-Strategien entwickeln“.

4. Problem: Mangelnde Bereitschaft

Mein wichtigstes Anliegen bei den berufsbegleitenden Masterstudiengängen besteht darin, dass die Teilnehmer ihre beruflichen und persönlichen Ziele erreichen. Welche behindernden Glaubenssätze dabei zu überwinden sind, zeigt Professor Larry Smith in einem bemerkenswerten Vortrag.

Wir sind sehr erfolgreich, diese eigenen Grenzen zu überwinden: 75% der Absolventen haben bereits ein Jahr nach Studienabschluss den nächsten Karriereschritt geschafft. Mehr dazu weiter unten.

Rezepte für eine erfolgreiche Karriere in der Krankenhaus-IT

Die Computerwoche übertitelt einen aktuellen Artikel mit „Berufsbilder der IT: Informatiker in der Medizintechnik“. Auch wenn die Medizintechnik nur einen Teil der Arbeitsplätze für Informatiker im Gesundheitswesen anbietet, so hat der Autor des Artikels Recht: Wir lassen es uns in einer der größten Branchen, dem Gesundheitswesen, gut gehen – in einer Branche, die zudem noch überaus stabil ist. Die Branche ist also die richtige!

1. Ansatzpunkt: Eigene Wertschöpfung steigern

Alles Jammern hilft nichts. Anerkennung, Wertschätzung, Karriere und Bezahlung (ein ebenfalls häufig genanntes Problem) bekommt man nicht geschenkt, die gilt es sich zu erarbeiten. Und zwar dadurch, dass man seinem Unternehmen – hier der Klinik – eine entsprechende Wertschöpfung bietet.

Ihre Wertschöpfung liegt aber nicht primär darin, Infrastrukturen und Server zu betreiben, sondern klinische Prozesse zu unterstützen, zu vereinfachen, zu beschleunigen und zu verbessern. Dafür benötigen Sie aber mehr Wissen als nur über die IT, nämlich Wissen über

  • Klinische Prozesse, Prozess- und Changemangagement
  • Gesundheitsökonomie, BWL und Prozesskostenrechnung
  • Regularien, u.a die IEC 80001
  • Und einiges mehr.

Das ist sicher weder ein Geheimnis, noch etwas Neues. Genau deshalb vermittelt das berufsbegleitende Masterstudium eben diese Kompetenzen. Und genau deshalb haben die bisherigen Absolventen kaum noch ein Problem mit Wertschätzung, Bezahlung und Karrierechancen.

2. Ansatzpunkt: Klarheit über die eigenen Ziele erreichen

So banal es sich anhört: Die meisten Menschen in der Krankenhaus-IT, die ich frage, können meine Frage, wie der Traumjob aussieht nicht ohne Nachdenken beantworten:

  1. Welche Tätigkeiten möchten Sie genau ausüben?
  2. Wie viele Stunden möchten Sie am Tag arbeiten?
  3. Wie viel möchten Sie verdienen? Bitte genaue Summe nennen!
  4. Mit wem möchten Sie zusammenarbeiten?

Meist höre ich als Antworten Konjunktive, Gründe, warum etwas gerade nicht möglich ist, Geschichten und Erklärungen. Aber keine konkreten Antworten. Die sind auch nicht einfach. Genau deshalb spielt das Coaching im Rahmen des berufsbegleitenden Masterstudiums am Institut ein so große Rolle. Klarheit über die eigenen Ziele ist eine Voraussetzung für eine befriedigende Karriere in der Krankenhaus-IT. Denn wen man selbst nicht weiß, was man will, wie sollen es dann die anderen wissen?

3. Ansatzpunkt: Wissen und Kompetenzen kontinuierlich verbessern

„Ein Studium lohnt sich in mehrfacher Hinsicht“ berichtet die SÜDDEUTSCHE:

  1. Akademiker verdienen 68% mehr als Menschen ohne Hochschulabschluss.
  2. Die Arbeitslosenquote bei Akademikern ist mit 3,4% vernachlässigbar gering.
  3. Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss sind glücklicher.

Dem kann ich nur zustimmen und meinen Teil dazu betragen, dass noch mehr Menschen sichere Arbeitsplätze mit einem guten Einkommen haben. Die Absolventen meiner Masterstudiengänge machen beachtliche Karrieren (nicht nur in der Krankenhaus-IT).

Karrieren der Studierenden
Nur noch ein gutes Viertel macht und verdient das, was es vor dem Studium verdient hat. Wohlgemerkt, in dieser Grafik ist der zehnte Masterkurs berücksichtigt, der noch nicht einmal abgeschlossen hat. Dreiviertel aller Studierenden hat teilweise faszinierende Karrieren innerhalb und außerhalb des eigenen Unternehmens gemacht und sich neue Arbeits- und Lebensmodelle ermöglicht. (Eine gute) Weiterbildung trägt eben die besten Zinsen.

Der nächste Masterstudiengang „IT im Gesundheitswesen“ beginnt Ende August. Die ersten Plätze sind bereits vergeben.

Möchten auch Sie sich weiterentwickeln? Ihr Potenzial nutzen und Ihr Leben auf ein nächstes Niveau bringen? Dann nehmen Sie mit mir Kontakt auf (Kontaktformular).

Einer meiner Absolventen hat mir folgende Zeilen geschrieben: „Ohne diverse  Coachings und  Ratschläge von Dir und natürlich ohne das Studium  wäre ich heute nicht hier, ganz sicher! Das hat mir neben den fachlichen Inhalten einfach neue  Möglichkeiten aufgezeigt,  Netzwerke und  Freundschaften gebracht und viele neue Weggabelungen  gezeigt, die ich vorher einfach nicht gesehen hätte.“

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Kategorien: Lernen, Jobs & Karriere
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