Kategorien: Auf was Sie bei der Systementwicklung von Medizinprodukten achten müssen
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4 Kommentare

  1. WernerMo | Freitag, 5. April 2013 um 11:04 Uhr - Antworten

    Sehr geehrter Herr Professor Johner,

    Zu Ihrer Frage:
    „…Lasagne-Architektur (wie gefällt Ihnen mein neuer Begriff?)“
    Der Begriff gefällt mir sehr gut, u.a. weil sich nach dem aktuellen Pferdefleisch-Skandal „Lasagne“ immer auch mit „Etikettenschwindel“ in Verbindung bringen läßt…
    Daher auch volle Zustimmung zur Betunung der Komponenten.
    Grüße aus dem Osten Süddeutschlands
    Werner Mo


  2. Volker von Einem | Dienstag, 9. Februar 2016 um 09:27 Uhr - Antworten

    Ich stimme dem Punkt zu, dass Schichtenarchitektur nicht zwingend zu einer guten Software Architektur führen muss. Allerdings finde ich den Ansatz als solchen nach wie vor gut, wenn er auch alt ist (das Rad ist auch alt, wird aber aus guten Gründen immer noch verwendet).
    Man muss zwischen Makro- und Mikroarchitektur unterscheiden:
    Wenn ich ein Softwaredesign mache, muss ich erstmal den groben Rahmen beschreiben: das wäre z.B. eine Schichtenarchitektur!
    Damit ist man zwar lange noch nicht fertig aber wir haben eine Richtschnur und können innerhalb der Schichten Komponenten ausdeuten und Interfaces definieren. Innerhalb dieser Komponenten gilt es dann wieder eine Architektur zu finden auf internen Klassen und Interfaces. Je detaillierter man wird desto weniger kann man des Design zu Beginn eines Projektes beschreiben, da dann oft viele Punkte noch unklar sind. Mir sind übrigens keine Gesetzte bekannt, die Interaktion von Komponenten der unteren und oberen Schichten strikt verbieten.
    Ein weiterer Aspekt ist der Mensch: Ich kenne kaum (oder besser keine) Entwickler, die Experten für WPF und SQL-Server sind. In der Schicktenarchitektur sind Aufgaben klar verteilt und Entwickler können relativ unabhänging in ihrer Domäne arbeiten.
    Fazit:
    Schichtenarchitektur ist nach wie vor gut (als eine von mehreren Möglichkeiten)!
    Wenn man ohne Makroarchitektur ein Design macht fehlt die Richtschnur und es besteht die Gefahr, dass man am Ende keine funktionalen Gruppen hat sondern einen Haufen von Komponenten ohne Struktur.


  3. Thomas Weber | Mittwoch, 10. Februar 2016 um 10:39 Uhr - Antworten

    Hallo,

    ein sehr interessanter Beitrag und einhergehende Diskussion
    Ich sehe in der Schichtenarchitektur sehr viel Potential.

    Firmen sind in der Lage, Logik in Services (egal in welcher Granularität) zu definieren, und diese Services zu entwickeln. Sie brauchen sich nicht um die Programmierung der Ablaufumgebung zu kümmern. Hier kann man sich kommerzieller sowie Open Source Plattformen bedienen (RedHat,IBM Websphere, Apache), die sich von Haus aus um Themen wie Skalierung, Verfügbarkeit und Performance kümmern.
    Durch eine saubere Definition von Webservice Schnittsellen kann ein Teil der (medical) Service Entwicklung outgesourced werden. Prozesse können auf Basis verschiedener ‚composite services‘ grafisch modelliert (orchestriert) werden.
    Was mich interessieren würde ist folgendes: Kann man (medical) Services, die ‚IEC 62304 compliant‘ sind mit solchen, die es nicht sind, auf einer Plattform zusammen betreiben? Gibt es dazu Erfahrungen?

    Viele Grüße
    Thomas Weber
    Fresenius Medical Care


    • Christian Johner | Mittwoch, 10. Februar 2016 um 21:07 Uhr - Antworten

      Lieber Herr Weber,

      danke für Ihre Analyse! Ich hoffe, dass ich nicht den Eindruck erweckt habe, gegen Schichtenarchitekturen zu sein. Ich wollte nur auf Fallen hinweisen.

      Ein Arbeiten mit Webserivces ist auch ein schönes Beispiele, in dem man sich bewusst nicht für eine durchgängige Schichtenarchitektur entscheidet.

      Sie können Services betreiben wie Sie wollen. Sie müssen nur darauf achten, wer sie sind: Sind Sie ein Betreiber? Dann liegt eine Eigenherstellung vor. Sind Sie ein Inverkehrbringer (Anbieter)? Dann beachten Sie, dass Sie keine halben Produkte in den Markt bringen können. Wenn Ihr Gesamt-Produkt einen „Medizinprodukte-Webservice“ nutzt, dann ist das Gesamtprodukt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Medizinprodukt.

      Genau das sind die Erfahrungen, die es dazu gibt und nach denen Sie fragen.

      Beste Grüße
      Christian Johner


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