Schlagwort: Nutzungsanforderungen

Vgl. Lastenheft & Pflichtenheft

Nutzungsanforderungen zählen neben den gesetzlichen Anforderungen und Marktanforderungen zu den Stakeholder-Anforderungen. Nutzungsanforderungen sind die Anforderungen der Nutzer (oder Benutzer).

Definition des Begriffs Nutzungsanforderung

Der DAkkS Leitfaden Usability definiert eine Nutzungsanforderung als eine erforderliche Benutzeraktion an einem interaktiven System, in einer die Tätigkeit beschreibenden Weise – nicht in technisch realisierter Weise. .

Nutzer können an interaktiven Systemen nur

  1. etwas eingeben,
  2. etwas auswählen oder
  3. eine kognitive Leistung erbringen wie verstehen, erkennen oder unterscheiden.

Das empfiehtl sich folgende Satzschablone zum Formulieren von Nutzungsanforderungen:

Der Nutzer muss am System XY können

wobei XY für die o.g. Verben „eingeben“, „auswählen“ oder „verstehen“ steht.

Englische Übersetzung

Was ist die richtige Übersetzung von Nutzungsanforderung? Usage requirement, user requirement, requirement for use oder…? Ich bin unsicher und frage meinen Usability-Guru Thomas Geis. Seine Antwort ist ebenso kurz wie klar:

„Das einzige, was wirklich verbreitet ist, ist „user requirement“. Das Problem mit usage requirement und requirement for use ist, dass es auch für „Nutzungsbedingungen“ verwendet wird. Am Ende des Tages ist der einfachste Kompromiss „user requirement“.“

Identifizieren von Nutzungsanforderungen — und typische Probleme dabei

Nutzungsanforderungen kann man nicht erfragen

Die Herausforderung beim Identifizieren von Nutzungsanforderungen bestehen darin, dass man sie nicht direkt erfagen kann. Würde man Nutzer fragen, was sie benötigen, würden diese antworten, was sie wünschen.

Regelmäßig verwechseln Hersteller „user requests“ mit „user requirements“. Während „user requirements“ Nutzungsanforderungen sind, entsprechen „user requests“ meist Systemspezifikationen bzw. Systemanforderungen, also Beschreibungen von konkreten Lösungen d.h. von Systemen aus Blackbox-Sicht.

Thomas Geis hat die Kontextmethode entwickelt, mit der Hersteller systematisch die wirklichen Nutzungsanforderungen für ihre Produkte identifizieren und daraus unstrittige Systemanforderungen ableiten können.

Demnächst wird eine Norm der Familie ISO 9241 diese Methode beschreiben. Mehrere Videotrainings des Auditgarant zeigen schon jetzt Schritt für Schritt, wie man mit dieser Methode zu den wirklichen „Kunden-Anforderungen“ kommt.

Videotrainings ansehen