Kategorien: Gesundheitswesen
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2 Kommentare

  1. Michael Hahn | Mittwoch, 24. Februar 2021 um 10:26 Uhr - Antworten

    Sehr geehrte Frau Wettlaufer, sehr geehrter Herr Prof. Johner,
    vielen Dank für Ihren sehr guten Artikel zum Thema Hilfsmittel und Medizinprodukte, sowie deren Einordnung. Ich möchte dazu folgende Erfahrungen teilen, die ich in einem kürzlich für einen Kunden realisierten Listungsprozess im Hilfsmittelkatalog (HMV) der GKV machen durfte. Bei den Produkten handelt es sich um orthopädische Maßhandschuhe für Menschen mit angeborenen oder durch Unfall oder Krankheit erworbenen Einschränkungen der Hand. Diese sind bisher nicht im HMV gelistet, so dass das Projekt quasi auch als Lernprozess diente.

    Die GKV tut sich schwer mit neuen Produkten, so dass die von Ihnen beschriebene Einordnung in die passende Postionsnummer eine essentielle Bedeutung hat. Bei nicht eindeutig zuordnungsfähigen Produkten kann dies zu einem Erschwernis in der Antragstellung führen, da die GKV nur ungern neue Positionsnummern eröffnet. Auch eine umfangreiche Begründung zum therapeutischen Nutzen ist hier gefordert und unumgänglich, wobei speziell der Unterschied zu Handschuhen als alltäglichem Gebrauchsgegenstand herausgearbeitet werden musste.
    Im Ergebnis wurden die Handschuhe in der Gruppe 38 mit 4! verschiedenen Positionsnummern eingeordnet.

    Weiterhin sollte man sich nicht durch die erste Ablehnung der GKV entmutigen lassen, sondern durchaus den Widerspruch wagen. In unserem Fall hat erst der 2. Widerspruch zum Erfolg geführt, wobei alle maßgeblichen Argumente auch schon im Antrag enthalten waren.

    Und drittens hört die Arbeit nach erfolgreicher Listung im HMV nicht auf. Das HMV ist eine Empfehlung für die gesetzlichen Krankenkassen und hat keine rechtlich bindende Funktion. Dies sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man einen Antrag auf Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis stellen möchte. Leider sind die Krankenkassen auch in der Hinsicht argumentativ sehr kreativ, wenn es um die Ablehnung von gelisteten Hilfsmitteln geht, so dass jeder Antrag, zumindest in der Anfangsphase, aufwendig begründet werden sollte.


    • Lea Wettlaufer | Mittwoch, 24. Februar 2021 um 14:48 Uhr - Antworten

      Sehr geehrter Herr Hahn,

      meinen herzlichsten Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit mir und unseren Lesern teilen! Das ist großartig und bietet sogar die Basis für einen möglichen weiteren Artikel!

      Mit meinen allerbesten Grüßen
      Lea Wettlaufer


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