Kategorien: Health IT & Medizintechnik
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5 Kommentare

  1. Christian Sauter | Dienstag, 15. Mai 2018 um 23:06 Uhr - Antworten

    Hallo,
    ich finde es ist schon einen Widerspruch einerseits zu behaupten, dass der Staat ungeeignet sei und man es „Profis“ überlassen soll. Aber andererseits sich über den schlechten Netzausbau beklagen, der seit 1995 in privater Hand ist.

    Entweder wir wollen eine Privatisierung, dann dürfen wir aber bei Problemen auch nicht nach dem Staat schreien, oder wir wollen, dass der Staat sich drum kümmert und Steuergelder reinsteckt, dann will ich aber auch nicht, dass eine private Firma da die Gewinne abzieht.

    Unbestritten ist natürlich, dass man unter einer „Neuland“-Kanzlerin Merkel und einem entsprechenden Kabinett keine großen Sprünge in Richtung Digitalisierung erwarten sollte. Aber wenn man sich darüber „nervt“ sollte man nicht gleich wieder fordern, dass der Staat sich aus allem raushält. Unser Staat schafft nämlich extrem viel extrem gut. Nur darüber schreibt niemand groß.


    • Prof. Dr. Christian Johner | Mittwoch, 16. Mai 2018 um 20:42 Uhr - Antworten

      Danke für Ihre Gedanken, Herr Sauter!

      Das ist eine sehr spannende Diskussion, für welche Aufgabe der Staat verantwortlich sein sollte und was privatisiert werden sollte. Ich möchte auch nicht in Anspruch nehmen, das Ei des Kolumbus zu haben oder zu kennen.

      Im konkreten Fall nimmt sich der Staat nur die Freiheit über Gesetze wie das „Gematik-Gesetz“ die Freiheit, Dinge zu regeln. Zur Freiheit gehört immer auch die Verantwortung.

      Was ich offensichtlich missverständlich formuliert habe, ist die Sache mit den Profis: Meine Aussage zielte nicht Richtung Privatisierung aller Projekte, sondern Richtung Nutzung privater Dienstleister durch den Staat für das Projektmanagement.

      Nochmals danke für Ihre Gedanken!

      Christian Johner


  2. Christian Sauter | Mittwoch, 16. Mai 2018 um 21:47 Uhr - Antworten

    Ja, da stimme ich voll zu, dass der Staat mit Regelungen auch Verantwortung übernimmt.

    Worum es mir ging: 1995 hat man gesagt, man will gerade die Kommunikations-Infrastruktur den „Profis“ übergeben weil dann alles besser und günstiger wird. Und heute beschwert man sich bei der Politik, dass es nicht funktioniert.

    Und so könnte ich noch zig Beispiele aufzählen. Selbst die Gematik GmbH gehört dazu, bei der man vermeintliche Profis als Gesellschafter hat.

    Daher bin ich inzwischen sehr vorsichtig dem Mantra, dass der Staat es nicht kann und es bei anderen besser aufgehoben wäre zuzustimmen und sehe es inziwschen eher anders rum.

    Aber das ist ja nur ein Randaspekt des Artikels.


  3. Wellnhofer Ernst | Dienstag, 18. Dezember 2018 um 14:35 Uhr - Antworten

    Lieber Herr Johner,

    Anmerkungen zu Ihrer extrahierten Risiko/Nutzenanalyse:
    Weder Risiken noch Nutzen können ohne Kontrollgruppe (=Versorgung ohne Software) richtig bewertet werden. Ich vermute, dass in der Kontrollgruppe registrierte und nicht registrierten Ereignisse wesentlich höher sind. Bei der Nutzenanalyse hat die FDA ja offensichtlich auf Studienliteratur zurückggegriffen. Offensichlich fehlen aber Erhebungen zur Auswirkung auf Überleben, Lebensqualität, und Kosten im Vergleich zur Versorgung ohne Software. Selbst eine kleine repräsentative Stichprobenstudie könnte die Analyse der registrierten Daten in ein korrekteres Licht setzen. Das Problem bezieht sich natürlich auf alle Registerstudien und Datenbanken wie DIMDI und EUDAMED sowie die geplante Postmarketsurveillance. Und die Kontrollgruppe ist am Aussterben! Ich bin ein Anhänger von „real world data“ , aber auch von Data Science!

    Mit besten Grüßen

    Frohe Feiertage und ein spannendes Neues Jahr

    E. Wellnhofer

    P.S. Die Teilnahmekosten für Ihren Institutstag sind mir als Rentner zu hoch. Sonst hätte mich das Thema schon interessiert.


  4. Gamma28 | Samstag, 5. Januar 2019 um 08:59 Uhr - Antworten

    Sehr interessanter Beitrag und danke für die genaue Erklärung. Vorab hätte ich den Unterschied nicht erklären können. Trotzdem immer wieder spannend, wie sich die Digitalisierung auch in diesem Bereich durchsetzt, egal ob es das grosse Unternehmen in Berlin oder den kleinen Hausarzt in Dübendorf betrifft.


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