Interoperabilität: Wie sicherstellen, dass IT-Systeme zusammenarbeiten

Unter Interoperabilität versteht man die Fähigkeit eines Systems (z.B. eines Medizingeräts oder einer Software) mit anderen Systemen zusammenzuarbeiten.

Definition: Interoperabilität

Fähigkeit von zwei oder mehr Geräten, einschließlich Software, vom gleichen oder von unterschiedlichen Herstellern

  • Informationen auszutauschen und die ausgetauschte Information für die korrekte Ausführung einer spezifizierten Funktion zu nutzen, ohne den Inhalt der Daten zu verändern oder/und
  • untereinander zu kommunizieren oder/und
  • wie spezifiziert zusammen zu arbeiten.

Die Interoperabilität setzt gemeinsame „Absprachen“ auf vier Interoperabilitätsebenen voraus:

In meinem kürzlich geposteten Blogbeitrag habe ich geschrieben, dass eine Softwaresystemanforderung das Softwaresystem als Blackbox beschreiben sollte. Das bedeutet, dass Sie die Reaktion dieses System auf Aktionen von Benutzer über die GUI und auf Stimuli (Aktionen) über technischen Schnittstellen dokumentieren sollten.

Ebenen der Interoperabilität

Bei den technischen Schnittstellen unterscheidet man mehrere Ebenen:

Interoperabilität: die vier Interoperabilitätsebenen

Achten Sie darauf, dass Sie all diese Ebenen in Ihrer Spezifikation adressieren. Und nicht nur die unterste, wie ich das häufig sehe.

  1. Interoperabilitätsebene, strukturelle Interoperabilität: Das Ziel dieser Interoperabilitätsebene besteht darin, einen Datenstrom zwischen zwei Systemen austauschen zu können. Auf deser Ebene finden sich Bus-Systeme (CAN, USB, …), serielle und parallele Anschlüsse ebenso wie Protokolle z.B. des OSI-Stacks wie TCP/IP, FTP, NFS, HTTP usw.
  2. Interoperabilitätsebene, syntaktische Interoperabilität: Das Ziel dieser Interoperabilitätsebene besteht darin, die Informationseinheiten im ausgetauschten Datenstrom zu identifizieren. Standards und Formate wie XML, CSV und HL7 können syntaktische Interoperabilität gewährleisten.
  3. Interoperabilitätsebene, semantische Interoperabilität: Das Ziel dieser Interoperabilitätsebene besteht darin, ein gemeinsames Verständnis der Informationseinheiten bei den beteiligten Systemen herzustellen. Dazu setzt man meist auf Ordnungssysteme wie Nomenklaturen (z.B. LOINC) oder Taxonomien und Klassifikationssysteme wie ICD-10, OPS oder ATC. Auch die Wertetabellen von HL7 und DICOM tragen zur semantischen Interoperabilität bei.
  4. Interoperabilitätsebene, organisatorische Interoperabilität: Das Ziel dieser Interoperabilitätsebene besteht darin, gemeinsame Workflows und Rollen- und Berechtigungskonzepte zu etablieren. Hier gibt es abgesehen von IHE, das auch nur Teile dieser Ebene adressiert, nur wenige Standards.

Mit dem Auditgarant lernen Sie dank zahlreicher Videotrainings diese Interoperabilitätsebenen genauer kennen. Er zeigt Ihnen auch Schritt für Schritt wie Sie bei der Software- bzw. Systemspezifikation dieses Modell der Interoperabilitätsebenen nutzen und so eine schlanke und „auditsichere“ Dokumentation erstellen können.

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Weiterführende Informationen

Lesen Sie hier mehr den Anforderungen der FDA an die Interoperabilität.


Mittwoch 12. April 2017 von Prof. Dr. Christian Johner

Beim Internet der Dinge (engl. „Internet of Things“ kurz IoT) geht es um die digitale Vernetzung von physischen Objekten („things“) über das Internet (bzw. Internet-Technologien) mit dem Ziel, Prozesse zu automatisieren und zu optimieren.

Von den Chancen, die das Internet der Dinge (IoT) ermöglicht, möchte auch das Gesundheitswesen bzw. die Medizin profitieren. Dabei sind dort die Risiken und die regulatorischen Hürden besonders hoch.

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Freitag 19. Februar 2016 von Prof. Dr. Christian Johner

Die FDA hat ein Interoperability Guidance als Entwurf veröffentlicht. Es trägt den Titel „Design Considerations and Pre-market Submission Recommendations for Interoperable Medical Devices“ (hier zum Download).

Lesen Sie hier, was die FDA damit bezweckt und auf welche Anforderungen Sie sich einstellen müssen.

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Montag 29. Juni 2015 von Prof. Dr. Christian Johner

LOINC, die Logical Observation Identifiers Names and Codes, sind ein vom Regenstrief Institute gepflegtes System, um v.a. Laborparameter und Vitaldaten semantisch eindeutig zu verschlüsseln. Zunehmend findet das System auch in Deutschland Beachtung, auch von den Medizintechnik-Unternehmen. Mit Recht!

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