Software & IEC 62304

„Medizingeräte-Software – Software-Lebenszyklus-Prozesse“

Die IEC 62304 ist eine in Europa harmonisierte Norm für „Medizingeräte-Software“. Sie stellt Mindestanforderungen an die wichtigsten Software-Lebenszyklus-Prozesse, konkret an die Software-Entwicklung, die Software-Wartung, an das Software-Risikomanagement (inkl. Verweis auf die ISO 14971), und das Software-Konfigurationsmanagement und die Problemlösung bei Software.

Die Norm ist anwendbar bei embedded und bei standalone Software, d.h. bei

Artikel zu regulatorischen Anforderungen an Software

Artikel zu Konzepten der IEC 62304

Artikel zur Umsetzung der Norm

Die folgenden Artikel sind nach den Kapiteln der Norm gruppiert.

IEC 62304 Kapitel 5.1: Software-Entwicklungsplan

IEC 62304 Kapitel 5.2: Software-Anforderungen

IEC 62304 Kapitel 5.3 und 5.4: Software-Architektur

IEC 62304 Kapitel 5.5 – 5.7: Implementierung und Verifizierung

IEC 62304 Kapitel 5.8: Software-Freigabe

Weitere Forderungen und Prozesse der IEC 62304

Artikel zur Norm im Allgemeinen

Hier finden Sie Artikel, die die Norm im Allgemeinen betreffen:

Prof. Dr. Christian Johner zur IEC 62304
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Forderungen der IEC 62304

Lebenszyklus-Prozesse für Medical Device Software

Diese Norm wiederum schreibt fünf Prozesse vor, nach denen die Medizinprodukte-Hersteller Software (weiter)entwickeln sollen:

  • Software-Entwicklungsprozess
  • Software-Wartungsprozess
  • Software-Risikomanagementprozess (inkl. Verweis auf die ISO 14971)
  • Software-Konfigurationsmanagementprozess
  • Problemlösungsprozess von Software

Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Software-Entwicklungsprozess vor. Die Norm IEC 62304 schreibt kein(!) konkretes Prozessmodell vor (z.B. Wasserfall-Prozess, V-Modell, agiler Prozess). Sie stellt aber Anforderungen an konkrete Aktivitäten, die innerhalb dieses Prozesses durchzuführen sind, insbesondere die Dokumentation der

Sie erfahren durch klicken auf die jeweiligen Links mehr darüber, auf was Sie bei der Dokumentation der jeweiligen Phasen zu achten haben.

Ebenso finden Sie eine ausführliche Diskussion der agilen Entwicklung im Kontext der IEC 62304.

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Wie die Norm hilft, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen

Grundlegende Anforderungen der Medizinprodukterichtlinie MDD (93/42/EWG)

Die Medizinprodukterichtlinie (auch MDD oder 93/42/EWG genannt) verlangt in den sogenannten „grundlegenden Anforderungen“ im Anhang I verbindlich, dass

„bei Produkten, die Software enthalten oder bei denen es sich um medizinische Software an sich handelt, die Software entsprechend dem Stand der Technik validiert werden muss, wobei die Grundsätze des Software-Lebenszyklus, des Risikomanagements, der Validierung und Verifizierung zu berücksichtigen sind“.

Diese Forderung ist durch den Verweis des Medizinproduktegesetzes auf die MDD eine gesetzliche. Ein Verstoß dagegen kann mit Geld- und Freiheitsstrafen belegt werden.

Die Rolle der IEC 62304 und anderer harmonisierter Normen

Hersteller von Medizingeräten/Medizinprodukten weisen die Konformität mit diesen grundlegenden Anforderungen meist dadurch nach, dass sie harmonisierte Normen einhalten. Das sind im Kontext der Entwicklung von Medizinprodukten v.a die Norm IEC 60601-1, die Norm IEC 62304 (speziell für die Software-Lebenszyklus-Prozesse) und die Norm ISO 14971 für das Risikomanagement.

Während die Entwicklung von Medizingeräte- bzw. Medizintechnik-Software durch die oben genannten Normen relativ detailliert geregelt ist, gibt es mit Ausnahme der IEC 62366 zur Gebrauchstauglichkeit von Medizinprodukten noch keine Norm, die die Validierung von stand-alone Software ausreichend adressiert: Die Norm IEC 62304 geht nicht auf die Validierung, sondern nur auf die Verifizierung ein. Sie fordert zudem ein Qualitätsmanagement-System und empfiehlt eines nach ISO 13485.

Eine künftige Norm IEC 82304 wird auch Forderungen an die Validierung benennen, so dass der wichtige Lebenszyklus-Prozess, der Entwicklungsprozess, vollständig beschrieben sein wird. Allerdings wird die IEC 82304 nicht nur Forderungen an die Entwicklung von Medizinprodukte bzw. Medizingeräte-Software stellen, sondern sogar auch an die Lebenszyklus-Prozesse von Health-Software.

IEC 62304: Zweite Ausgabe

Eine neue Version der IEC 62304 wird nicht vor 2018 erwartet, da im Oktober 2014 die Überarbeitung der Norm nochmals komplett neu begonnen wurde. Die nächste Version der IEC 62304 wird einen erweiterten Scope haben, der sich nicht auf Medizinprodukte und nicht auf die Software-Entwicklung beschränkt. Ein Artikel zur zweiten Version der IEC 62304 und zum Ammendment I informiert Sie über weitere Details.

Medizingeräte-, Medizinprodukte- und Health Software

Unter dem Begriff Medizingeräte-Software versteht man meist Software, die Teil eines medizintechnischen Geräts ist z.B. die embedded Software eines Defibrillators. Damit ist Medizingeräte-Software eine Untergruppe der Medizinprodukte-Software, die alle Software umfasst, die entweder als standalone Software oder als Teil eines Medizinprodukts unter das Medizinproduktegesetz fällt. Der noch allgemeinere Begriff ist Health-Software, der alle Software im medizinischen Kontext umfasst.

Medizingeräte-Software

Unterstützung bei der praxisnahen Umsetzung der IEC 62304

Haben Sie weitere Fragen zur normenkonformen Entwickung Ihrer Software bzw. Ihres Medizinprodukts? Benötigen Sie Hilfe? Dann nutzen Sie gerne…

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IEC 62304 Zertifizierung

Zunehmend bieten Prüfstellen eine IEC 62304 Zertifizierung an. Sie kommunizieren dies teilweise als ein Zwischending zwischen vollständigem QM-System und Baumusterprüfung. Einige werben sogar damit, dass man damit den Testaufwand reduzieren könne.

Zuerst möchte ich Sie ermutigen, IEC 62304 konform zu arbeiten – nicht nur um den gesetzlichen Forderungen an medizinische Software nachzukommen. Ich möchte Sie aber auch vor falschen Rückschlüssen warnen:

  1. Eine IEC 62304 Zertifizierung ist für sich wenig wert – v.a. wenn die Prüfinstitute selbst für diese Zertifizierung nicht akkreditiert sind. So ein Zertifikat könnte nämlich jeder ausstellen, ich auch :-).
  2. Eine IEC 62304 Zertifizierung ersetzt weder ein QM-System noch eine Baumusterprüfung. Wenn diese Zertifizierung das einzige ist, was Sie haben, und dennoch ein Medizinprodukt in Verkehr bringen, machen Sie sich strafbar.
  3. Dass die Zertifizierung dabei hilft, Zeit beim Testen zu sparen, halte ich für absurd. Sie können durch Testautomatisierung, durch den Einsatz von geeigneten Werkzeugen und Verfahren Zeit sparen. Die Zertifizierung senkt den Testaufwand aber überhaupt nicht.

Im Rahmen einer ISO 13485 (!) Zertifizierung, die von akkreditierten Stellen vorgenommen wird, wird der Auditor indirekt sowieso die Konformität mit IEC 62304 prüfen, zumindest exemplarisch.

Vor einer IEC 62304 Zertifizierung möchte ich nicht generell abraten, aber Sie sollten genau wissen, was Sie sich davon erwarten.


Donnerstag 1. März 2018 von Prof. Dr. Christian Johner

Lastenheft und Pflichtenheft, Systemspezifikation und Systemanforderungen

Die Vorstellungen darüber, was diese Lastenhefte und Pflichtenhefte enthalten müssen, gehen weit auseinander – manchmal auch innerhalb einer Firma.

Regelmäßig beobachtet das Johner Institut, dass alle mehrere Dokumente etwa die gleichen Anforderungen beschreiben.

Lastenheft und PflichtenheftNur in der Granularität und dem Detailgrad unterscheiden sie sich. Schon aus regulatorischer Sicht sollten Sie die Begriffe Lastenheft und Pflichtenheft gegeneinander abgrenzen.

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Donnerstag 18. Januar 2018 von Prof. Dr. Christian Johner

Das IMDRF (International Medical Device Regulators Forum) möchte zur Harmonisierung der international unterschiedlichen Vorschriften beitragen und dadurch die Zulassung von Medizinprodukten vereinheitlichen und vereinfachen. Dazu veröffentlichen die Freiwilligen des IMDRF Leitfäden, die zwar nicht verbindlich sind, aber Hilfestellungen geben. In diesem Artikel stelle ich Ihnen v.a. die Leitfäden mit Bezug zur Software „as a Medical Device“ vor.

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Dienstag 16. Januar 2018 von Prof. Dr. Christian Johner

Fuzz-Testing ist eine Methode zur Identifizierung bisher nicht-erkannter Schwachstellen und Sicherheitslücken in Software (stand-alone oder embedded), die die Schnittstellen der Systeme automatisiert mit korrekten oder falschen Werten testet.

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Freitag 12. Januar 2018 von Prof. Dr. Christian Johner

Unter einem Security Patch versteht man eine Nachbesserung an einer Software, um eine Sicherheitslücke zu stopfen. Für einen Security Patch gelten teilweise andere regulatorische Anforderungen als an andere Software Updates. Auf was Sie achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Dienstag 9. Januar 2018 von Prof. Dr. Christian Johner

Der UL 2900-2-1 nennt sich „Particular Requirements for Network Connectable Components of Healthcare and Wellness Systems“. Er zählt zur UL-2900-Familie, der Normenfamilie zur IT-Security.

Lesen Sie in diesem Artikel, welche Schwächen der Standard hat und unter welchen Umständen er Ihnen dennoch nützlich sein kann.

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Mittwoch 20. Dezember 2017 von Prof. Dr. Christian Johner

Bei Software als Medizinprodukt unterscheidet man standalone (eigenständige) Software und Software, die Teil eines Medizinprodukts ist. Besonders bei standalone Software fällt die Klassifizierung oft schwer, ob sie als Medizinprodukt einzuordnen ist (in diesem Falle auch SaMD — Software as Medical Device genannt) .

Update: Die FDA hat ein Guidance Document (als Draft) veröffentlicht, das beschreibt, wann die Behörde Software (insbesondere Decision Support Systeme) als Medizinprodukt zählt (mehr…).

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Dienstag 19. Dezember 2017 von Prof. Dr. Christian Johner

Decision Support Systeme, zu Deutsch Entscheidungsunterstützungssysteme, finden auch in der Medizin zunehmend Anwendung. Handelt es sich dabei um Medizinprodukte, müssen diese die gesetzlichen Anforderungen (z.B. die grundlegenden Anforderungen) erfüllen.

Der Hype um die künstliche Intelligenz, insbesondere das Machine Learning, und Anwendungen wie Watson wecken Hoffnungen an die Leistungsfähigkeit von Decision Support Systemen.

Dieser Artikel stellt die besonderen Herausforderungen vor, welche Hersteller von Decision Support Systemen bewältigen müssen, und gibt Tipps, wie diese Herausforderungen gemeistert werden können. Er erläutert auch das entsprechende Guidance Document der FDA.
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Donnerstag 14. Dezember 2017 von Prof. Dr. Christian Johner

Die IEC 62304 hat das Konzept der Sicherheitsklassifizierung eingeführt, damit Medizinproduktehersteller den Aufwand für die Software-Dokumentation an den Grad möglicher Schäden anpassen können, die durch einen Softwarefehler verursacht würden. Dieser Artikel hilft Ihnen, die Sicherheitsklassen zu bestimmen und IEC 62304 konform zu dokumentieren.

Update: Keine Konformitätsvermutung mehr bei Sicherheitsklasse A? Mehr…
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Dienstag 12. Dezember 2017 von Prof. Dr. Christian Johner

Dieser Artikel beschreibt die Anforderungen der In-vitro Diagnostic Regulation IVDR an die Entwicklung und Dokumentation der Software.

Die Anforderungen betreffen sowohl Software, die Teil eines IVDs ist (embedded Software), als auch Software, die selbst ein IVD darstellt (standalone Software).

Ebenso finden Sie in diesem Beitrag einen Vergleich der Anforderungen der MDR und der IVDR an die Software.

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Montag 11. Dezember 2017 von Prof. Dr. Christian Johner

Viele Änderungen der neuen Medizinprodukteverordnung (MDR) betreffen alle Medizinprodukte-Hersteller. Einige dieser Änderungen wenden sich besonders an Hersteller, deren Produkte Software enthalten oder standalone Software sind. Lesen Sie, was diese Hersteller beachten sollten.

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