Prof. Dr. Christian Johner

Autor: Prof. Dr. Christian Johner

Inhaber der Johner Institut GmbH

IVDR – In-vitro-Diagnostic Device Regulation

Donnerstag 16. März 2017

Mit der IVDR hat die EU Ende Februrar 2017 ein 477 seitige Verordnung veröffentlicht, die die bisherige IVD-Richtlinie (98/79/EC) ablösen soll.

Die Anzahl der Artikel wurde von 24 auf 113 fast verfünffacht. Erfahren Sie hier, welche Anforderungen die IVDR ergänzt hat, welche Anforderungen gleichgeblieben sind und wie Sie sich auf die neue Verordnung vorbereiten können.

Seit dem 25. Mai 2017 sind die EU-Verordnungen, die MDR und die IVDR gültig.

Download

Sie finden die finale Version der IVDR hier auf deutsch im HTML-Format, hier im HTML-Format (mit Links), hier als PDF, hier auf Englisch im HTML-Format und als PDF.

Updates

Weiterführende Informationen

Klicken Sie diesen Link, um das kostenlose Starter-Kit herunterzuladen, das Ihnen einen Überblick über die regulatorische Landschaft verschafft und Ihnen die 6 Schritte zur „Zulassung“ Ihres Medizinprodukts aufzeigt.

IVDR im Überblick

a) Gültigkeit und Anwendbarkeit

Die IVDR fühlt sich für den ganzen In-vitro-Diagnostik-Markt in der EU zuständig: Von der Entwicklung über die Marktüberwachung bis zur Anwendung. Sie wendet sich damit ebenso an Hersteller, Importeure, Anwender wie an benannte Stellen und nationale Behörden.

Insbesondere regelt die IVDR die Voraussetzungen („grundlegenden Anforderungen“), die In-vitro-Diagnostika erfüllen müssen.

b) Kapitelstruktur der IVDR

Die Verordnung ist in 10 Kapitel und 14 Anhänge aufgeteilt.

Kapitelstruktur der IVDR im Überblick

Abb. 1: Kapitelstruktur der IVDR im Überblick. Zum Vergrößern klicken. Hier Mindmap als Download (PDF)

113 Artikel (die IVDD enthielt 24), 477 Seiten (die IVDD hatte 46) machen klar, dass die Autoren nicht nur redaktionelle Änderungen vorgenommen haben.

Kostenloser Download

Unser Starter-Kit enthält die Mindmap im XMind- und Mindmanager-Format. Damit können Sie die Äste aufklappen, die Sie benötigen, und so die für Sie relevanten Stellen finden.

Was die IVDR nicht geändert hat

Die IVDR kennt weiterhin „grundlegende Anforderungen“, die jetzt aber „allgemeine Sicherheits- und Leistungsanforderungen“ heißen. Die Hersteller müssen wie unter der IVDD im Rahmen von Konformitätsbewertungsverfahren nachweisen, dass diese Anforderungen erfüllt sind.

Es gibt auch weiterhin Klassen, in welche die Produkte eingeteilt werden. Abhängig davon dürfen die Hersteller die Konformitätsbewertungsverfahren auswählen.

Die IVDR hat auch nichts daran geändert, dass – außer bei unkritischen Produkten – benannte Stellen bei der Konformitätsbewertung beteiligt werden müssen und die Konformität durch ein CE-Zeichen ausgedrückt werden muss.

Wichtige Änderungen durch die IVDR

Die IVDR hat viele Konzepte wie die Konformitätsbewertungsverfahren, das Einbeziehen benannter Stellen und die grundlegenden Anforderungen zwar beibehalten. Sie nimmt aber zum Teil signifikante Änderungen vor.

a) Einteilung der Produkte in vier Klassen statt zwei Listen

Statt der bisherigen Listen A und B definiert die IVDR im Anhang VIII jetzt vier Klassen:

  • Klasse D: Höchstkritische Werte wie für die Transfusionsmedizin oder zur Bestimmung lebenskritischer und gleichzeitig hochansteckender Krankheiten
  • Klasse C: Kritische Werte wie bei Gentests, beim Bestimmen von Medikamentenspiegeln, ansteckenden Krankheiten oder angeborenen Krankheiten bei Föten oder Embryonen. Auch die meisten Selbsttests (durch Patienten) fallen in diese Klasse
  • Klasse B: Weniger kritische Parameter wie Glukose oder Leukozyten. Die Klasse B ist auch die „Default-Klasse“ für Parameter, die unter keine der genannten Regeln fallen.
  • Klasse A: In diese Klasse fallen unkritische Produkte wie Waschlösungen oder Nährböden.

Die IVDR unterscheidet sogar noch weitere Typen von In-vitro-Diagnostika:

  1. Produkte für patientennahe Tests
  2. Produkte zur Eigenanwendung (durch Patienten/Laien)
  3. Therapiebegleitende Diagnostika, die für die sichere und wirksame Verwendung eines dazugehörigen Arzneimittels wesentlich sind. Ein Beispiel wäre ein Gentest, der prüft, ob bzw. wie ein Zytostatikum bei einem Patienten wirkt.

b) Konformitätsbewertungsverfahren

Die Menge der möglichen Konformitätsbewertungsverfahren hat sich reduziert. Im Wesentlichen unterscheidet die IVDR nur noch drei:

  1. Für Klasse A Produkte ohne Anforderungen an die Sterilität genügt die Technische Dokumentation für das Produkt (Anhang II) und für die Marktüberwachung (Post-Market Surveillance) (Anhang III).
  2. Alle anderen Produkte können im Rahmen eines vollständigen Qualitätssicherungssystems in den Verkehr gebracht werden (Anhang IX). Die IVDR differenziert beim Review der technischen Dokumentation, ob diese pro Produktkategorie (Klasse B), pro Produktgruppe (Klasse C) oder pro Produkt (Klasse D) erfolgen muss.
  3. Alternativ dürfen die Hersteller ein Konformitätsbewertungsverfahren wählen, das eine Baumusterprüfung (Anhang X) und eine Qualitätssicherung für die Produktion (Anhang XI) enthält.

Für Produkte, die patientennahe Tests oder zur Eigenanwendung gedacht sind, kennt die IVDR ebenso spezielle Forderungen wie für die therapiebegleitenden Diagnostika.

Klasse-D-Produkte müssen ggf. Referenzlaboratorien und Expert-Panel mit einbeziehen.

Konformitätsbewertungsverfahren-IVDR

Abb. 2: Konformitätsbewertungsverfahren gemäß IVDR

c) Common Standards

Hersteller dürfen auch weiterhin harmonisierte Normen nutzen. Jetzt behält sich die EU-Kommission aber vor, zusätzlich sogenannte „gemeinsame Spezifikationen“ („common specifications“) festzulegen, die die Hersteller einhalten müssen.

Hier nimmt sich die Kommission beachtliche Rechte heraus. Sie kann damit quasi nach Belieben Anforderungen ohne parlamentarische Beteiligung definieren.

d) UDI-System

Wie auch bei den anderen Medizinprodukten sind die Hersteller nur dazu verpflichtet, die Produkte eindeutig über eine UDI zu kennzeichnen und Informationen in der Eudamed zu hinterlegen.

Weiterführende Informationen

Lesen Sie hier weitere Artikel zur UDI und zur Eudamed.

e) QM-System

Jeder(!) Hersteller eines IVDs muss über ein Qualitätsmanagementsystem verfügen. Das gilt unabhängig vom Konformitätsbewertungsverfahren. Allerdings verlangt die IVDR nur bei den Konformitätsbewertungsverfahren gemäß Anhang IX und XI eine Zertifizierung durch eine benannte Stelle.

Die Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem sind aber umfassend. Es muss behandeln:

Wenn Sie diese Verfahren alle beschrieben und implementiert haben, können Sie sich auch gleich nach ISO 13485:2016 zertifizieren lassen.

Die IVDR fordert, dass die benannten Stellen mindestens alle fünf Jahr ein unangekündigtes Audit durchführen. Das betrifft alle Hersteller mit einem zertifizierten QM-System.

f) Technische Dokumentation

Die Hersteller sind verpflichtet, sehr genau zu beschreiben, was das Produkt leisten soll und wie sie sicherstellen, dass diese Leistungen tatsächlich erbracht werden und dass keine inakzeptablen Risiken bestehen. Bei den Leistungsdaten geht es beispielsweise um „analytische Sensitivität, analytische Spezifität, Richtigkeit (Verzerrung), Präzision (Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit), Genauigkeit (als Ergebnis von Richtigkeit und Präzision), Nachweis- und Quantifizierungsgrenzen, Messbereich, Linearität, Cutoff“ usw.

Entsprechend umfangreich sind auch die Anforderungen an die Leistungsbewertung geworden.

f) Software

Die IVDD nahm sich des Themas Software noch sehr stiefmütterlich an. Sie formulierte beispielsweise keine konkreten Anforderungen an den Software-Lebenszyklus. Das ändert die IVDR:

  • Die Software muss gemäß Software-Lebenszyklusprozessen einschließlich Verifizierung und Validierung entwickelt werden.
  • Anforderungen an die Interoperabilität müssen Hersteller genau spezifizieren und deren Erfüllung prüfen. Apropos: Die neue ISO 13485:2016 fordert dies seit der neusten Version ebenfalls.
  • Das Risikomanagement muss Risiken auch aufgrund von Problemen mit der Interoperabilität betrachten.
  • Die Laufzeitumgebung wie das Betriebssystem und die Hardware müssen Hersteller ebenso festlegen.
  • Selbst auf mobile Plattformen geht die Verordnung ein, bei denen auch Bildschirmgrößen und die Benutzungsumgebung festzulegen sind.
  • Zu den grundlegenden Anforderungen zählt auch die IT-Sicherheit und der Schutz gegen unautorisierten Zugriff.
  • Die Hersteller müssen eine Dokumentation bereitstellen, die Komponenten, Algorithmen und Technologien erkennen lässt.
  • Die Software selbst unterliegt der Unique Device Identification UDI.
  • Das Personal muss auch in Sachen Software kompetent sein.

Insgesamt sind das keine überraschenden Forderungen. Vielmehr reflektieren Sie das, was eine IEC 62304 und tw. eine ISO 13485 noch konkreter vorgeben.

g) Personal

Ebenso wie in der ISO 13485:2016 legt auch bei der IVDR verstärkt Gewicht auf die ausreichende Qualifizierung von Personal. Der „Compliance Officer“ ist eine neue explizit geforderte Rolle.

Passend dazu: Healthcare Compliance Regeln

f) Und noch vieles mehr

Zu den weiteren nennenswerten Neuerungen und Verschärfungen durch die IVDR zählen:

  • Post-Market Surveillance: Die Hersteller müssen die Marktbeobachtung präzise planen und durchführen. Die IVDR beschreibt die Anforderungen detailliert u.a. in den Artikel 78ff. sowie im Anhang III.
  • Klinische Studien: Sehr vergleichbar der MDR sind die Anforderungen an die Durchführung klinischer Studien / Prüfungen geradezu explodiert. Davon zeugen die Artikel 57ff sowei der Anhang XIV.
  • Labeling: Seitenweise beschreibt die IVDR im Absatz 20 des ersten Anhangs, was die Hersteller bezüglich Gebrauchsanweisungen, Warnungen und sonstigen Hinweisen beachten müssen.
  • Risikomanagement: Stammten bisher die Anforderungen an das Risikomanagement eher aus der ISO 14971, definiert nun die IVDR selbst, was diesbezüglich getan werden muss.

Vorbereitung auf die IVDR

Den Herstellern sei empfohlen, sich rasch an die Hausaufgaben zu machen:

  1. Bringen Sie ihr QM-System auf den aktuellsten Stand (ISO 13485:2016)
  2. Bilden Sie eine Arbeitsgruppe aus Entwicklung, Logistik und Produktion, um Ihre UDI-Strategie zu definieren.
  3. Finden Sie heraus, in welche Klasse Ihre Produkte fallen.
  4. Erstellen Sie eine Gap-Analyse für die technische Dokumentation und das Post-Market-System
  5. Schließen Sie die Gaps.
  6. Stimmen Sie mit Ihrer benannten Stelle den Zeitplan ab.

Berechner

Weil der obige Text (wie die ganze IVDR) nicht an Verständlichkeit leidet, können Sie sich hier Folgendes berechnen lassen:

  1. Datum, bis zu dem Sie neue oder geänderte Produkte erstmalig inverkehrbringen dürfen
  2. Zeitpunkt, bis zu dem Sie Produkte abverkaufen („bereitstellen) dürfen
  3. Datum, bis zu dem Ihre Kunden die Produkte in Betrieb nehmen dürfen






Bescheinigung

Wird das Produkt auf Basis einer Bescheinigung einer benannten Stelle rechtmäßig in Verkehr
gebracht?

Datum der Bescheinigung

Bis wann ist die Bescheinigung der benannten Stelle gültig?

Datum der Inverkehrbringung

Wann geschah die erste Inverkehrbringung?

Einzelprüfung

Handelt es sich um eine Einzelprüfung nach MDD Anhang IV?

Wird das Produkt auf Basis einer Bescheinigung einer benannten Stelle rechtmäßig in Verkehr
gebracht?

Bis wann ist die Bescheinigung der benannten Stelle gültig?


Wann geschah die erste Inverkehrbringung?


Handelt es sich um eine Einzelprüfung nach MDD Anhang IV?


Bescheinigung

Bescheinigung

Bescheinigung

Inverkehrbringung

Bereitstellung, Inbetriebnahme

Die Bereitstellung und Inbetriebnahme ist gestattet bis 27.5.2025

Inverkehrbringung

Bereitstellung, Inbetriebnahme

Die Bereitstellung und Inbetriebnahme ist gestattet bis 27.5.2025

Bereitstellung, Inbetriebnahme

Die Bereitstellung und Inbetriebnahme ist gestattet bis 27.5.2025

Inverkehrbringung

Die Inverkehrbringung ist gestattet bis 26.5.2020

Bereitstellung, Inbetriebnahme

Die Bereitstellung und Inbetriebnahme ist gestattet bis 27.5.2025

Inverkehrbringung

Inverkehrbringung nicht gestattet

Bereitstellung, Inbetriebnahme

Weitere Bereitstellung und Inbetriebnahme nicht gestattet

Fazit

Die IVDR hat die Latte deutlich nach oben gelegt. Die Verordnung formuliert als eigenes Ziel, auch kleinen und innovativen Firmen den Marktzugang mit endlichem Aufwand zu ermöglichen. Dieses Ziel dürfte die Verordnung klar verfehlt haben. Dafür ist das Regelwerk zu umfangreich geworden. Folglich benötigen IVD-Hersteller fast zwangsläufig den geforderten „Compliance Officer“.

Ob die IVDR zu mehr Sicherheit für Patienten, Anwender und Dritte führt, ist stark zu bezweifeln. Dass die IVDR zu mehr Bürokratie und weniger Innovation führt, dürfte als sicher gelten.

Prof. Dr. Christian Johner
Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Entwicklung, Ihr QM- und Zulassungssystem auf die IVDR vorzubereiten. Nehmen Sie direkt Kontakt auf!

Kategorien: Regulatory Affairs
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9 Kommentare über “IVDR – In-vitro-Diagnostic Device Regulation”

  1. Anastasia Wolf schrieb:

    Hallo Herr Prof. Johner,

    sie schreiben oben, dass die Übergangsfrist 3 Jahre beträgt und die IVDR 2020 verpflichtend wird, gilt es aber nicht nur für die Medizinprodukte? Für IVD soll 5 Jahre Übergangsfrist gelten oder?

    Viele Grüße
    Anastasia Wolf

  2. Prof. Dr. Christian Johner schrieb:

    Sie haben Recht, liebe Frau Wolf! Ist korrigiert. Danke!!

  3. Udo Klinger schrieb:

    Hallo Herr Johner,
    ich frage mich ob die Übergangsfrist auch für Produkte gilt, die erst nach Verabschiedung der Verordnung erstmalig in Verkehr gebracht werden. Ich habe die Übergangsfrist auch so interpretiert gelesen: …Alle Hersteller sind betroffen, da auch existierende Produkte (mit entsprechender Übergangsregelung) nach MDR/IVDR zertifiziert werden müssen… (Quelle: Zühlke-blog). Was ist hier Ihr Wissenstand?
    Vielen Dank
    Udo Klinger

  4. Prof. Dr. Christian Johner schrieb:

    Sehr geehrter Herr Klinger,
    ich denke, es gilt die einzelnen Aktivitäten zu unterscheiden. Ein Produkt das vor der Frist legal in Verkehr gebracht wurde, ist legal im Verkehr. Hier hat die MDR keine unmittelbare Auswirkung.

    Produkte, die bereits vor der Übergangsfrist „zugelassen“ aber auch noch danach weiter produziert werden, werden die Anforderungen der UDI erfüllen müssen.

    Die Marktüberwachung und andere Post-Market-Aktivitäten müssen den Anforderungen der MDR nach der Übergangsfrist genügen. Auch für „alte Produkte“.

  5. Sebastian Grömminger schrieb:

    Hallo Herr Johner, vielen Dank für diesen Artikel!
    vor allem die Abbildung zu den Konformitätsbewerungsverfahren gibt eine gute Übersicht.
    Allerdings bin ich der Meinung, dass die Klasse C hier noch nicht vollständig in der Konformitätsbewertung über Annex VIII abgebildet ist. Hier spricht die Verordnung von „in the case of devices classified as class C, the quality management system assessment shall be accompanied by the assessment of the technical documentation for devices selected on a representative basis in accordance with provisions in Sections 5.3a to 5.3e of Chapter II of this Annex.“ (Annex VIII, 3.3 c und äquaivalent 4.5) Man will also meines Erachtens bei Klasse C eine abgeschwächte Form der Bewertung der Techn. Dokumentation, die gemäß den Abschnitten 5.3a und 5.3e hauptsächlich auf den Review der Leistungsbewertung abzielt und im Rahmen der Überwachungsaudits stattfinden soll.
    Wie sehen Sie das?

    Viele Grüße, Sebastian Grömminger

  6. Natasha schrieb:

    Hallo,
    ich bin noch ganz neu in dem Feld (Laie) und hätte eine eher banale Frage. Oben ist bei Klasse C Produkten die Rede von Selbsttests (geht man hier von Schwangerschafts-, Drogentests etc. aus?) und weiter unten kommt dann “ Die IVDR unterscheidet sogar noch weitere Typen von In-vitro-Diagnostika: … Produkte zur Eigenanwendung“ was wäre das denn für ein IVD das nicht unter Liste C aber in diesen weiteren Typus fallen würde?
    Und wie werden diese weitere Typen eingestuft? Ich müsste ja eine Klasse D-A angeben oder nicht?

    Vielen Dank und liebe Grüße!

  7. Prof. Dr. Christian Johner schrieb:

    Danke für Ihre sehr gute Frage! Die Frage, in welche Klasse ein Produkt fällt, hängt auch von der Frage ab, ob es für die Eigenanwendung vorgesehen ist. Hierzu besagt die Regel 4 im Anhang VIII:

    Produkte zur Eigenanwendung werden der Klasse C zugeordnet, ausgenommen Produkte zur Feststellung einer Schwangerschaft, zur Fertilitätsuntersuchung und zur Bestimmung des Cholesterinspiegels und Produkte zum Nachweis von Glukose, Erythrozyten, Leukozyten und Bakterien im Urin, die der Klasse B zugeordnet werden.

    Die Schwangerschaftstests fallen nicht darunter. Denn hier greift die Regel 6:

    Produkte, die nicht unter die zuvor beschriebenen Klassifizierungsregeln fallen, werden der Klasse B zugeordnet.

  8. Heidi schrieb:

    Hallo,
    ich bin gerade die Klassifizierungsregeln durchgegangen. Liege ich richtig in der Annahme, dass Blutentnahmeröhrchen auf Basis von Regel 5 (Probenbehältnisse) der Klasse A zugeordnet werden?
    Ist es für die Klassifizierung von Bedeutung, ob es sich um patientennahe Tests handelt?

    Vielen Dank und liebe Grüße!

  9. Prof. Dr. Christian Johner schrieb:

    Ich teile Ihre Vermutung bezüglich der Klassifizierung.

    Die Patientennähe ist bei der Frage wichtig, ob es ein IVD oder ein MDD ist. Die Behörden schreiben: „“Produkte, die zu diagnostischen Untersuchungszwecken im oder am menschlichen Körper angewendet werden, sind somit grundsätzlich keine In-vitro-Diagnostika.“

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